Rechner

Warum reicht die Prozentangabe auf der Dose nicht aus?

Katzenfutter enthält sehr unterschiedliche Mengen Wasser. Ein Nassfutter kann beispielsweise zu 80 % aus Wasser bestehen, während ein Trockenfutter nur ungefähr 8 % Wasser enthält.

Wird Phosphor einfach als Prozent des gesamten Futters angegeben – also bezogen auf die Originalsubstanz (das Futter so, wie es in der Dose oder im Beutel ist) –, dann wird das Wasser mitgerechnet. Dadurch können zwei Futtersorten auf dem Etikett sehr unterschiedliche Werte haben, obwohl der Phosphorgehalt der eigentlichen Nährstoffmasse ähnlich ist.

Die Trockenmasse ist das Futter ohne seinen Wasseranteil. Ein Wert „in der Trockenmasse“ beschreibt also die Nährstoffkonzentration unabhängig davon, wie viel Wasser das Produkt enthält. Dadurch lassen sich besser vergleichen:

Beispiel

Futter A

  • Wasser80 %
  • Phosphor laut Etikett0,20 %
  • Trockenmasse20 %
  • Phosphor TM1,00 %

0,20 ÷ 20 × 100 = 1,00 % TM

Futter B

  • Wasser70 %
  • Phosphor laut Etikett0,25 %
  • Trockenmasse30 %
  • Phosphor TMca. 0,83 %

0,25 ÷ 30 × 100 ≈ 0,83 % TM

Obwohl Futter B auf dem Etikett mit 0,25 % zunächst mehr Phosphor zu enthalten scheint, enthält es auf Trockenmassebasis weniger Phosphor als Futter A.

Trockenfutter enthält nicht 0 % Wasser

Auch Trockenfutter enthält je nach Produkt typischerweise noch einige Prozent Feuchtigkeit. Für eine genaue Berechnung sollte deshalb auch bei Trockenfutter der vom Hersteller angegebene Feuchtigkeitswert verwendet werden. Da Trockenfutter einen hohen Trockenmasseanteil besitzt, ist der Unterschied zwischen dem deklarierten Phosphorwert und dem Trockenmassewert dort meist deutlich kleiner als bei Nassfutter.

Warum ist mg Phosphor pro 100 kcal interessant?

Die Trockenmasse ermöglicht einen guten Vergleich der Nährstoffkonzentration. Sie berücksichtigt allerdings nicht, wie energiereich ein Futter ist – also seine Energiedichte (Kalorien je Menge Futter).

Eine Katze frisst in erster Linie so viel Futter, wie sie zur Deckung ihres Energiebedarfs benötigt. Ein sehr energiearmes Futter muss in größerer Menge gefressen werden als ein energiereiches Futter. Deshalb ist eine zusätzliche Betrachtung des Phosphorgehalts pro Energie sinnvoll.

Die Kennzahl mg Phosphor pro 100 kcal zeigt, wie viel Phosphor eine Katze ungefähr aufnimmt, während sie 100 kcal Energie aus diesem Futter erhält. Das erleichtert insbesondere den Vergleich von Futtersorten mit stark unterschiedlicher Energiedichte.

Phosphor und chronische Nierenerkrankung

Phosphor ist ein lebenswichtiger Mineralstoff. Bei Katzen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) kann die Fähigkeit der Nieren, überschüssiges Phosphat auszuscheiden, zunehmend eingeschränkt sein. Dadurch kann der Phosphatspiegel im Blut ansteigen.

Die Kontrolle der Phosphoraufnahme ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Ernährung vieler Katzen mit chronischer Nierenerkrankung. Therapeutische Nierendiäten enthalten in der Regel weniger Phosphor als normales Erhaltungsfutter und sind zusätzlich hinsichtlich weiterer Nährstoffe angepasst.

Die optimale Phosphorzufuhr hängt jedoch unter anderem ab von:

Daher kann ein Rechner nicht entscheiden, ob ein bestimmtes Futter für eine individuelle Katze medizinisch geeignet ist. Diese Seite nimmt deshalb bewusst keine Einteilung in „gut“ oder „schlecht“ und keine Ampelbewertung anhand eines einzelnen Phosphorwertes vor.

Phosphor oder Phosphat?

Die beiden Begriffe werden im Alltag häufig vermischt, meinen aber nicht dasselbe:

Der Rechner auf dieser Seite arbeitet ausschließlich mit dem Phosphorgehalt des Futters. Er sagt nichts über den Phosphatspiegel im Blut einer Katze aus.

Methodik und Formeln

Alle Eingaben werden zunächst auf einheitliche interne Basiswerte umgerechnet:

Einheiten Phosphor

Einheiten Energie

Energie schätzen (wenn keine Angabe vorliegt)

Fehlt der Energiegehalt, kann er aus den analytischen Bestandteilen geschätzt werden. Verwendet wird die Vorhersageformel für Katzen aus den FEDIAF-Ernährungsrichtlinien (nach NRC 2006). Alle Werte in %, wie auf dem Etikett:

NfE steht für „stickstofffreie Extraktstoffe“, im Wesentlichen die Kohlenhydrate. Sie stehen nicht auf der Verpackung und werden deshalb als Rest berechnet. Ergeben die deklarierten Werte wegen Rundung knapp über 100 %, wird NfE mit 0 angesetzt. Eine Angabe des Herstellers hat immer Vorrang vor der Schätzung.

Kennzahlen

Intern wird mit voller Genauigkeit gerechnet; gerundet wird erst bei der Anzeige (Trockenmasse auf zwei Nachkommastellen, mg je 100 bzw. 1.000 kcal auf ganze Zahlen). Wurde Phosphor bereits als % Trockenmasse eingegeben, wird dieser Wert nicht erneut mit der Feuchtigkeit umgerechnet.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Phosphor auf die Trockenmasse um?

Ziehe zuerst die Feuchtigkeit von 100 ab – das ergibt den Anteil der Trockenmasse. Teile dann den Phosphorwert vom Etikett durch diesen Anteil und multipliziere mit 100.

Beispiel: 0,17 % Phosphor bei 80 % Feuchtigkeit ergibt 20 % Trockenmasse und damit 0,17 ÷ 20 × 100 = 0,85 % Phosphor in der Trockenmasse. Das ist eine reine Einheitenrechnung; der Rechner oben führt sie automatisch durch.

Warum zusätzlich mg Phosphor pro 100 kcal?

Dieser Wert bezieht den Phosphor auf die Energie, die das Futter liefert. Auch die FEDIAF-Ernährungsrichtlinien geben ihre Nährstoffempfehlungen zusätzlich je 1.000 kcal an.

Die FEDIAF-Werte je Trockenmasse setzen eine Energiedichte von 4 kcal je Gramm Trockenmasse voraus. Weicht ein Futter davon ab, müssen sie laut FEDIAF entsprechend korrigiert werden. Beim Wert pro 100 kcal entfällt diese Korrektur.

Wie viel Phosphor muss Katzenfutter mindestens enthalten?

Die FEDIAF-Ernährungsrichtlinien (Ausgabe 2025) nennen für Alleinfuttermittel diese Mindestgehalte (TM = Trockenmasse):

Katze% TMmg/100 kcal
ausgewachsen0,2664
ausgewachsen, geringer Energiebedarf0,3585
Wachstum und Fortpflanzung0,84210

Es handelt sich um Mindestwerte für gesunde Katzen aus einer freiwilligen Branchenrichtlinie, nicht um gesetzliche Grenzwerte und nicht um Empfehlungen für erkrankte Katzen.

Wie viel Phosphor sollte Futter für nierenkranke Katzen enthalten?

Die International Renal Interest Society (IRIS) nennt dafür keinen festen Phosphorgehalt im Futter. Ihre Behandlungsempfehlungen richten sich nach dem Phosphatwert im Blut.

Laut IRIS (2026) spricht die Studienlage dafür, dass es Katzen mit chronischer Nierenerkrankung nützt, die Phosphataufnahme dauerhaft so zu senken, dass der Blutphosphatwert unter 1,5 mmol/l (4,5 mg/dl) liegt, aber nicht unter 0,9 mmol/l (2,7 mg/dl). Als realistischeres Ziel unter Behandlung nennt IRIS für Stadium 3 unter 1,6 mmol/l (5,0 mg/dl) und für Stadium 4 unter 1,9 mmol/l (6,0 mg/dl).

Der erste Schritt ist laut IRIS eine phosphatreduzierte Nierendiät. Bleibt der Wert darüber, kommen Phosphatbinder hinzu. Welche Maßnahme passt, entscheidet die Tierarztpraxis anhand der Laborwerte.

Ist weniger Phosphor immer besser?

Nein, nicht pauschal. Phosphor ist ein notwendiger Nährstoff, für den FEDIAF Mindestgehalte festlegt. Auch für nierenkranke Katzen nennt IRIS eine Untergrenze beim Blutphosphat (0,9 mmol/l).

IRIS weist außerdem darauf hin, dass Katzen, deren Blutphosphat bereits im Zielbereich liegt, bei der Umstellung auf eine Nierendiät ein erhöhtes Risiko für einen zu hohen Calciumspiegel haben können. Deshalb bewertet dieser Rechner Futter bewusst nicht.

Spielt es eine Rolle, woher der Phosphor im Futter stammt?

Laut FEDIAF können hohe Mengen gut verfügbarer anorganischer Phosphorverbindungen (z. B. Natriumdihydrogenphosphat) ab etwa 1,5 g je 1.000 kcal Kennwerte der Nierenfunktion bei Katzen beeinflussen. Studien mit 1 g je 1.000 kcal zeigten bei gesunden erwachsenen Katzen keine nachweisbaren Nachteile für die Nieren. FEDIAF hält hier weitere Forschung für nötig.

Der Rechner arbeitet mit dem angegebenen Gesamtphosphor. Aus welchen Quellen der Phosphor stammt, lässt sich damit nicht bestimmen.

Wie genau ist die Schätzung des Energiegehalts?

Der Rechner nutzt die Schätzformel aus den FEDIAF-Ernährungsrichtlinien (nach NRC 2006). Laut FEDIAF schätzt sie den Energiegehalt von Trockenfutter genauer als ältere Faktoren; bei Nassfutter ist die Genauigkeit nur mäßig. Steht ein Energiegehalt auf der Verpackung, ist dieser vorzuziehen – der Rechner verwendet ihn dann automatisch.

Werden meine Eingaben gespeichert oder übertragen?

Nein. Alle Berechnungen laufen in deinem Browser. Gespeichert wird nur, wenn du auf „Futter speichern“ klickst – und zwar ausschließlich auf deinem Gerät. Wenn du einen Link teilst, stehen die Werte im Link selbst und werden erst beim Öffnen im Browser des Empfängers gelesen.

Quellen & Stand

Stand der medizinischen Angaben und Referenzwerte: September 2026.

Die auf dieser Seite genutzten Umrechnungsformeln sind reine Einheitenrechnungen und benötigen keine medizinische Quelle. Medizinisch eingeordnete Aussagen stützen sich auf die oben genannten veterinärmedizinischen Quellen.

Hinweis

Dieser Rechner dient ausschließlich der Information und dem Vergleich von Futtermitteln. Er kann keine tierärztliche Diagnose, Ernährungsberatung oder Therapieempfehlung ersetzen.

Bei einer chronischen Nierenerkrankung sollten Futterwahl, Laborwerte, Phosphatziel und gegebenenfalls die Verwendung von Phosphatbindern mit der behandelnden Tierarztpraxis abgestimmt werden.